KUNST UND RAUM

Leitgedanken zur künstlerischen Arbeit
werkstatt-bildende-Kunst-Konzept

KUNST UND RAUM – Raum zum Lernen – Zeit zum Sein

Kunst braucht einen Raum, den physischen und den unsichtbaren. In diesem Raum gibt es befreite Zeit. Wir sind davon überzeugt, dass die Schaffung von inspirierender Umgebung ein wichtiger Baustein für das Entwickeln bildnerischer-außersprachlicher Themen ist.
Die Werkstatt ist ein Ort, der aus einem lebendigen Diskurs heraus die Möglichkeiten bietet, neue Erfahrungen und Findungen zu provozieren, Entwicklungswege zu schaffen, Neues zuzulassen und in einem ergebnisoffenen künstlerischen Handeln zu verwirklichen.
Es ist die gelungene Kombination aus Inspiration, Experiment und methodischem Vorgehen die zum Schluss neue überraschende Ergebnisse ermöglicht.
Wir sprechen hier von der Kompetenz einer Navigation durch die Weite der wagen Ideen, die uns manchmal überfordern können, aber ohne die auch nichts in Gang kommt.

Um möglichst allen Interessierten die Teilnahme an künstlerischen Prozessen in Seminaren zu ermöglichen, bieten wir ab September 2019 unsere neuen Kurse an.
Sie sind gedacht für Kunstinteressierte die sich neue Herangehensweisen und Wege für eigenes künstlerisches Schaffen erschließen möchten, für Fachkräfte in künstlerischen und pädagogischen Arbeitsfeldern, professionelle Künstler, oder mögliche Studienanwärter für gestaltungsnahe und künstlerische Berufe.

KUNST UND RAUM – Erfahrungsraum

Wir freuen uns, dass wir in den letzten 10 Jahren einen riesigen Fundus an Erfahrungen in der Vermittlung künstlerischer Arbeit und Praxis mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammentragen konnten. Das Projekt arbeitet seit 2008 erfolgreich in der Qualifizierung und Orientierung benachteiligter Jugendlicher unterschiedlichster Herkunft und Vorbildung. Die Vermittlungsquote der Teilnehmer/innen in Universitäten, Ausbildung und Beruf ist überdurchschnittlich hoch und es bildete sich über die Jahre ein dichtes Netzwerk mit Ehemaligen, die inzwischen in den verschiedensten künstlerischen und gestalterischen Berufen leben und arbeiten.
Es entstand, gefördert von der Schweizer Kulturstiftung Edith Maryon, eine umfangreiche Broschüre die Inhalt, Methoden und Konzepte, aber auch Ausstellungen und Arbeitsbilder aus den Projekten dokumentiert. So wurde es möglich, dass die materiellen Ergebnisse und vor allem die immateriellen Werte künstlerischer Arbeit im sozialen Kontext sichtbar bleiben. Nur so können sie in den Erfahrungsfundus weiterer und künftiger kultureller Arbeit einfließen.

Wir suchen Kontakt und Kooperation mit Institutionen und Menschen, die sich nicht nur über den Wert der künstlerischen Vermittlungsarbeit bewusst sind, sondern auch Räume und Zeit dafür schaffen und bewahren wollen, indem sie dieses auch auf politischem Wege ins öffentliche Bewusstsein und vor allem in die politischen Entscheidungsgremien tragen.

Wir arbeiten daran, dass sich der Wert künstlerischer Arbeit in sozialen Kontexten auch in den Förderbedingungen abbilden und wiederfinden kann. Zur Zeit entwickeln wir  Impulsvorträge und bieten ab Herbst 2019-Fachseminare mit Fragestellungen zur künstlerischen Bildungsarbeit in sozialen Kontexten an.

KUNST UND RAUM / Freiheit – Wertschätzung – Selbstbestimmung – Selbstermächtigung

Immer liegt der besondere Aspekt in dieser Bildungsarbeit in der künstlerischen Freiheit und dem unbedingten Mut zum Experiment in dem Vertrauen darauf unbekannte Wege zu gehen oder vorübergehende natürliche Krisenphasen glanzvoll zu überstehen. Es waren und sind immer diese Aspekte die uns wertvoll und spannend erscheinen und die während der Arbeit mit Jugendlichen das tragende Element einer erfolgreichen Werkstattzeit waren, ja diese erst möglich machten.

Eröffnung

Ab September 2019 wird der lichtdurchflutete Werkraum als Praxiswerkstatt und Seminarraum mit 10 – 15 Arbeitsplätzen in der Gottschedstr.4 im Wedding geöffnet sein. Die Werkstatt hat ihre Räume auf dem Gelände der ExRotaprint gGmbH und liegt damit im Zentrum eines aktiven Austausches von Kulturschaffenden verschiedenster Branchen, sozialer Projekte und Handwerksbetrieben.
Die Entstehungsgeschichte, das Konzept und der gesellschaftliche Wert von ExRotaprint dient uns als Beispiel wie sich künstlerische und soziale Arbeit als Wert in Architektur und Realraum abbildet, oder erst so entsteht, entwickelt und bewahrt werden kann.

Anna Schuster, Ilona Winter und Heike Nowotnik, Berlin 2019